IFC als universales Datenaustauschformat

Marcel Kunzmann

Die Industry Foundation Classes IFC nehmen als Standard deutlich Fahrt auf. Zum einen ist IFC5 in Planung und bald als erste Vorab-Version zu erwarten. Parallel haben sich jüngst neue Arbeitsgruppen gefunden, die versuchen, den openBIM Gedanken mit Hilfe des IFC-Standards in neuen Bereichen zu etablieren. So rief der Verband buildingSMART kürzlich zu einer Arbeitsgruppe auf, die IFC für  „Site, Landscape, and Urban Planning“ erweitern.

Ihr Ziel ist, sämtliche Außenflächen im übergreifenden IFC-Standard einzufügen. Doch wie sinnvoll ist so ein Vorhaben überhaupt? Brauchen wir solch einen erweiterten Standard wirklich?

Und wie fügt er sich in BIM und CAFM sinnvoll ein?

Möglichkeit ist im Unterbau schon da

Was mit den neuen Arbeitsgruppen beschrieben werden soll, lässt sich technisch schon heute in IFC abbilden. Nutzer können in IFC aktuell Objekte, die nicht im Katalog enthalten sind, als so genannte IFC-Proxys definieren. Diese erhalten individuelle Eigenschaftsmerkmale, so genannte IFC Propertysets. Das Problem: Durch die nach Gusto vergebenen Eigenschaften ist der semantisch transparente und damit verlässliche Datenaustausch zwischen verschiedenen Partnern nicht mehr gegeben.

Dass sich die neuen IFC-Arbeitsgruppen bilden hat also mit einem Manko des Standards zu tun: IFC sei zurzeit noch sehr gebäudezentrisch ausgelegt, schreibt buildingSMART selbstkritisch in der Ankündigung der Landscape-Arbeitsgruppe. Eine explizite Semantik für die Beschreibung von Außenanlagen fehle. Weder Bäume noch Außenmöblierung, Wege und ihre Beläge, Wasserleitungen und Kanalisation ließen sich mit den verfügbaren Elementen darstellen. Und auch nicht die Struktur der Landschaft oder in ihr befindliche Objekte wie zum Beispiel Gewässer und Seen.

IFC-Arbeitsgruppen überall

Analog lässt sich diese Kritik auch auf die weiteren Bereiche übertragen, zu denen sich in den letzten Monaten Arbeitsgruppen zusammen fanden. Dazu gehören solche für Verkehrswege, Brücken, Tunnel, Bahntrassen oder für Flughäfen. Einigen sich diese Gruppen auf verbindliche Ergebnisse, würde der IFC-Standard die Beschreibung von deutlich mehr bebauter wie gestalteter Umwelt und Infrastruktur ermöglichen.

Auch Branchen beginnen sich zu engagieren. Ein Beispiel ist die Fertigteilindustrie. Sie bildete die Arbeitsgruppe IFC Precast und bearbeitet die Modellierung von Einbauteilen. Als Fernziel wäre es möglich, jedes Fertigteil eindeutig zu identifizieren. Und zwar von der Planung über die Produktion durch Maschinen, die  IFC-Daten zur Steuerung nutzen, bis zur Montage. Hierdurch wäre Nachvollziehbarkeit gegeben – nicht bloß über den Gebäude-Lebenszyklus, sondern über den erweiterten Bauteil-Lebenszyklus hinweg.

Mit der Erweiterung zu IFC5 verfolgt buildingSMART ein weiteres wichtiges Ziel: mehr standardisierte Workflows zu schaffen. Grund ist, dass durch die zunehmende Verbreitung von BIM eine immer größere Zahl von Anwendern aus immer mehr Gewerken und Bereichen die BIM-Methode nutzt. Damit auch zukünftig der Datenaustausch klappt, müsse das Anforderungsprofil an den Beschreibungs-Standard erweitert werden, argumentiert der Verband.

Nur: Wie relevant ist solch eine Erweiterung wirklich, zumal mit Blick auf BIM und CAFM? Und zu fragen ist auch: Wem nutzten die Erweiterungen, wenn schon der jetzige IFC4 Standard – zum Beispiel in Deutschland – nur rudimentär eingesetzt wird?

Die Crux: Wen juckt’s?

Ich gebe zu, die Frage ist falsch gestellt. Unbestreitbar ist ein Standard immer zu begrüßen und grundsätzlich relevant. Er hilft, Inhalte verbindlich für verschiedene Nutzer bereit zu halten. Zu fragen ist daher, wie die Umsetzung hierzulande verbessert werden kann. Grundlegendes ist durchaus zu finden:

Zum Beispiel sind in den meisten BIM-Modellen Daten für infrastrukturelles CAFM zu finden. Bei technischen Anlagen bleiben die Möglichkeiten von IFC dagegen fast immer ungenutzt. Und das, obwohl es innerhalb des IFC „Domain Layers“ hinreichende Möglichkeiten gibt, auch hier zu modellieren.

BIM-Modelle, die ich heute vorliegen habe, zeigen die klaffenden Lücken: Planer verwenden oft die übergeordnete IFC-Entitäten, statt die konkrete Untertypen einzusetzen. In der Elektro/Klimatechnik wird alles pauschal als IFCFlowTerminal ausgewiesen, auch wenn es sich um eine einfache Lampe oder um einen Heizkörper handelt. Oder es werden nicht sinnvolle Entitäten gewählt. So kommt es vor, dass im Bereich Brandschutz die RWA-Klappen häufig als IFCWindow und damit als Fenster ausgewiesen werden.

Oder es wird der generische Weg über ein IfcBuildingElementProxy gewählt so dass zum Beispiel Aufzüge dann nicht mehr als IfcTransportElement vom Typ ELEVATOR zu erkennen sind.

 

Für CAFM und BIM sind die Erweiterungen von IFC und die Novellierung mit IFC5 ein guter und wünschenswerter Fortschritt. Aber damit die Erweiterungen Früchte tragen, müssen ihre Möglichkeiten konsequent genutzt werden. Fachplaner werden sich hierfür selten freiwillig durch die Tiefen der Nomenklatur klicken. Flanierend sollte es eine vollständige Übersetzungsmatrix im Unternehmen geben, die jeden Bauteiltyp der dementsprechenden IFC Entität zuweist.

Feindifferenzierung aktiv einfordern

Die nötige Feindifferenzierung muss aktiv eingefordert werden –  sei es vom Bauherrn, sei es vom späteren Nutzer und Betreiber, sei es von Partnern, die im Zuge des BIM-Prozesses auf klare Informationen angewiesen sind.

Aufpassen muss man auch bei Planungssoftware. Sie bevorzugt per Default leider auch nur allgemeine Entitäten. Erst durch Parametrierung der entsprechenden BIM Authoring Tools wie Revit oder Allplan werden vernünftige IFC Exporte erzeugt.

BIM-Manager als Torwächter

Dass die Angaben aus IFC korrekt im BIM-Modell abgelegt sind, liegt in der Verantwortung des BIM-Managers. Er hat zu überwachen, dass die geplante Nomenklatur des Projektes eingehalten wird und sie bei Missachtung aktiv einzufordern.

Immerhin: Die kommenden Erweiterungen werden dazu beitragen, das IFC als universales Datenformat Einzug in noch mehr Branchen findet. Damit wird das Ziel von openBIM, als zentrale Datenbasis und zentrales Austauschformat zu fungieren, wahrscheinlicher. Und damit einhergehen dürfte eine zunehmende Disziplinierung aller Beteiligten. Profitieren würden jeder, ob mit Blick auf Gewerke und Kollaboration oder mit Blick auf die Internationalisierung von Projekten.

Damit kann ich nur dazu raten: Spielen wir alle mit. Dann ist der Standard bereits heute mit IFC4 und auch zukünftig als IFC5 für BIM wie CAFM sehr sinnvoll.

Beste Grüße

Fahrt aufnehmen!

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Weihnachten: Elektrisch, aber wartungsfrei!

Michael Heinrichs

Alle Jahre wieder feiern wir Weihnachten. Seit rund 2000 Jahren ist das nun so, und in dieser immense Zeitspanne hat sich mancher Brauch geändert. Die jüngste Entwicklung lässt nach und nach die klassische faltbare Weihnachtskarte aussterben zugunsten eines animierten digitalen Pendants.

Eine gute Idee?

Schwierige Entscheidung

Die Frage ist schwierig zu entscheiden. Auf der einen Seite steht der haptische Charme, eine Karte zu bekommen, den Umschlag zu öffnen, die Karte zu lesen und sie vielleicht sogar auf die Fensterbank, den Schreibtisch oder ein Sideboard zu stellen. Hinzu kommt der persönliche Aspekt, der sich in einigen handgeschriebenen Worten ausdrückt.

Auf der anderen Seite steht der Aufwand. Natürlich ist es wichtig, sich Zeit für Menschen zu nehmen, die einem wichtig sind. Aber: Könnten wir als Unternehmen diese Zeit nicht viel nutzbringender für unsere Kunden einsetzen, wenn wir keine Karten mehr schrieben?

Digital und wartungsfrei

Wir haben es hoch gerechnet und sind auf einen vollen Manntag Schreibarbeit gekommen –  allein für die Bereiche Marketing, Vertrieb und Geschäftsführung. Nähmen wir Consulting und Support dazu… – wobei, deren Mitarbeiter machen um die Karten einen großen Bogen, genau deshalb: Weil es in Summe so viel Zeit kostet.

Daher haben wir uns entschlossen, dieses Jahr noch einmal auf Papier zu setzen und ab 2019 nur noch digital ein frohes Fest zu wünschen. Das hat zwei Vorteile: Wir haben mehr Zeit für Sie als Interessenten und Kunden. Und mehr Interessenten und Kunden erhalten unsere Weihnachtswünsche (dann würde sich nicht die bange Frage stellen, wen eine Karte wohl freuen könnte und wem sie eher lästig ist).

Mehr Post, mehr Freude – überall

Das Plus an Post entsteht, weil die digitale Variante auch von den zaghafteren Mitarbeitern begrüßt wird. So sind sie die ersten, die sich freuen.

Als nächste freuen sich, so hoffen wir, die vielen Personen, die bisher schon Post von uns bekamen, und auch jene, die bisher keine Post erhielten und in Zukunft auch mit unseren guten Wünschen bedacht werden können.

Und als dritte freuen sich jene, denen wir das Geld spenden, das wir bisher für Karten, Porto und Arbeitszeit investiert haben. Das werden jedes Jahr andere sein, karitative Vereine, bedürftige Menschen in unserem Umfeld, Stiftungen und Menschen, die einfach etwas Unterstützung berauchen, sei es für Bildung, Sport oder andere Erfolge. An die große Glocke hängen werden wir das nicht, aber es sei auch mal gesagt.

Einverstanden?

Wir hoffen, Sie sind mit uns einer Meinung: Das Fest der Liebe sollte von guten Taten begleitet werden.

Und unser Vorhaben findet daher auch Ihre Zustimmung?

 

Ihnen frohe Feiertage und einen guten Start in das neue Jahr

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XMAS 4.0

Praxis zählt

Rico Magnera

Etwas über ein Jahr bin ich jetzt bei IMS in der Ausbildung zum Anwendungsentwickler. Programmiert hatte ich schon in der Schulzeit und darum direkt nach dem Abi ein Jahr Computer-Engineering studiert. Aber ich wollte mehr Praxis. Die habe ich bei IMS, ganz eindeutig.

Im August 2017 begann meine Ausbildung, zusammen mit Maren. Wir machen viele Arbeiten als Team. Das ist gut, weil wir uns gegenseitig unterstützen können und das Vier-Augen-Prinzip hilft, Fehler früh zu entdecken.

Wir haben beide schon nach kurzer Zeit direkt für den Alltag programmiert. Erst haben wir Telerik-Reports erstellt, was viel mit SQL zu tun hat. Zwischendurch programmieren wir auch in Java Script, zum Beispiel Dashboards und Auswertungen.

Arbeit für die Praxis

Anfangs haben wir uns aus Neugier in freien Phasen selber JavaScript und jQuery beigebracht, aber dann haben wir Workshops mit Kollegen bekommen, auch zu C#, so dass wir heute solide Ergebnisse liefern können. Wir arbeiten oft an Aufgaben, die speziell für einen Kunden erstellt werden. Das Vertrauen, das da in uns gesetzt wird, ist toll. Und Spaß macht es auch.

Das gilt ganz besonders, wenn Kundenaufträge auf dem Papier ganz einfach aussehen, unter Haube aber gar nicht so leicht umzusetzen sind. Wenn das dann klappt und die Kunden sich freuen, motiviert das zusätzlich.

Freundschaftlicher Umgang

Was mir als Auszubildendem sehr hilft,  ist, dass alle Kollegen sehr zugänglich sind. Man kann eigentlich immer mit einer Frage losgehen und kommt mit einer Antwort zurück. Das Verhältnis ist  freundschaftlich, gerade mit den jüngeren im Team. In den Pausen, beim Kickern oder dem Frühstück jeden zweiten Freitag ist die Stimmung locker und lustig. Und auch die Chefs sind entspannt.

Dass die Ausbildung bei IMS gut ist, sehe ich auch in der Berufsschule. Im Vergleich stehen Maren und ich gut da, wir haben beide einen 1-er Schnitt. Natürlich ist gerade mal das erste Lehrjahr um, aber für die nächsten zwei Jahre werden  wir, denke ich, bei IMS weiter gut unterstützt. Zum Beispiel – wie oben gesagt – mit Blick auf SQL. Und durch die Kollegen wie Illya, die zum Teil auch auf derselben Berufsschule waren.

Nochmal IMS?

Müsste ich mit der Erfahrung, die ich inzwischen gesammelt habe, noch mal entscheiden, ob ich eine Ausbildung bei IMS machen wollte, würde ich mit Sicherheit „Ja“ sagen.

In diesem Sinne

Ausbildung bei IMS

Bei BIM das CAFM gleich mitdenken

Michael Heinrichs

BIM nimmt langsam Fahrt auf, und das ist auch für CAFM interessant. Denn BIM-Modelle haben bereits einen Teil der Daten, die ein CAFM-System ebenfalls benötigt. Wäre es da nicht sinnvoll, auch die weiteren Daten für CAFM schon im BIM-Prozess in die Datenbank mit aufzunehmen? Ich denke: Ja.

Gebäude kosten

Der Grund ist schnell erklärt: Ein Gebäude verursacht in seiner Nutzungsphase die bis zu neunfachen Kosten seiner Errichtung. Sanierungskosten legen noch einmal Ausgaben mit Faktor 0,7 bis 1,2 oben drauf. Das ist viel Geld, und mit CAFM lässt sich hiervon einiges einsparen.

Daher ist es sinnvoll, CAFM-relevante Daten in ein BIM-Datenmodell zu integrieren. Dazu gehören Prozessdaten, Dokumentation aus der Errichtungsphase, Verträge, Vergaben, zyklische Anforderungen wie Reinigungs- und Instandhaltungsintervalle und Dokumente wie Handbücher, Wartungsunterlagen und anderes mehr.

Fragt sich nur: Wer soll das bezahlen?

Nutzer profitieren – TCO sinkt

Die Mehrkosten für das Plus an Daten werden voraussichtlich die Bauherren bzw. Investoren tragen und an die Nutzer weiter reichen. Das wäre auch schlüssig, denn die Nutzer sind letztlich diejenigen, die von einer verbesserten CAFM-Einbindung profitieren.

Indem ein Gebäude direkt nach der Übergabe „as build“ dokumentiert ist, lassen sich sämtliche CAFM-Prozesse unmittelbar ein- und umsetzen. Damit greifen von Beginn an die Vorteile von CAFM: Kosten zum Beispiel bei Reinigung und Instandhaltung einsparen, Prozesse effizient steuern, Reparaturen beschleunigen und über Historien belastbare Auswertungen zeitnah bereitstellen.

Die Idee dabei: Alle Aspekte der späteren Nutzung (wie Energiekosten, Reparatur und Wartung) so früh wie möglich im Blick zu haben, sowie die BIM-Daten direkt in die nächste Phase zu überführen. Und damit die TCO (Total Cost of Ownership), also die Gesamtkosten des Betriebs, zu reduzieren.

Eben echtes “BIM 6D”.

Mehr erfahren

Ausführlicher ist das Thema „BIM und CAFM“ in einem Artikel der Ausgabe 05/2018 des  Fachmagazins Facility Management ausgearbeitet, an dem wir mitwirken durften.  Sprechen Sie mich hierzu gerne an.

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BIM, BAM, BOOM

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