CAFM-System als Putz-Sparschwein nutzen

Thorsten Hilmer
blog12

Glänzend gelöst

CAFM-Systeme sind inzwischen etabliert und es gibt kaum eine Installation ohne Reinigungs-Modul. Das wird meist genutzt, um die Flächen aufzulisten und die Reinigungsintervalle zu protokollieren. Dass es auch bare Münze sparen kann, ist vielen Anwender bewusst. Welche Vielfalt an Optionen sich bietet, wissen viele dagegen nicht.

Schätz-Schätzchen

Der erste große Posten, der Geld einzusparen hilft, ist die Fläche an sich. Gerade wenn Dienstleister Hand anlegen, ist Kontrolle besser. Der Grund ist, dass Dienstleister nicht in jedem Raum messen, sondern die Flächen schätzen. Und oft schätzen sie recht großzügig: Bis zu 20 Prozent mehr Fläche als tatsächlich vorhanden, kann das bedeuten.

Der FM-Manager hat dagegen seine Flächen im System und sollte sie auf Knopfdruck auswerten können. Sind die Bodenbeläge mit aufgenommen, steht in wenigen Minuten ein vollständiges Flächenverzeichnis zur Verfügung.

Sind die Flächen auch mit Markern für ihre Nutzung versehen, wird es möglich, konstant genutzte Verkehrsflächen von normal genutzten Büros und selten genutzten Abstellkammern zu unterscheiden. Damit wird aus dem Flächenverzeichnis ein detaillierter Reinigungsplan.

Flächen-Deckend

Wobei das Flächenverzeichnis noch optimiert werden kann. Die Daten hierfür liegen ebenfalls in einem gut gepflegten CAFM-System, sie müssen allerdings noch verknüpft werden.

Die Daten, auf die es ankommt, sind die Möbel, insbesondere die, die auf dem Boden stehen wie Regale, Schränke und Tresen. Jedes dieser Möbel belegt Fläche, die nicht gereinigt werden kann. Und was man nicht reinigen kann, sollte man auch nicht bezahlen müssen.

Rechen-Beispiel

Daher sollten alle diese Stellflächen aus der Gesamtfläche heraus gerechnet werden. Es lohnt sich, wie ein kleines Beispiel zeigt, und zwar mit einem Standard-Sideboard mit den Maßen 0,40 x 0,80 Meter, also 0,32 Quadratmetern Fläche.

Das klingt erstmal nach wenig. Davon gibt es im Büro aber zwei, und zwar für jeden der zwei Mitarbeiter. Macht 1,28 Quadratmeter nicht zu reinigende Fläche für das erste von zehn Büros.

Alle zehn Büros zusammen haben somit Sideboards, die 12,8 Quadratmeter bedecken – das ist schon die Fläche eines kleinen Büros, das nicht zu reinigen ist. Und das bloß durch die Sideboards! Kommt noch ein Schrank dazu oder ein Regal summiert sich das entsprechend.

A-B-Test

Auch hilfreich ist CAFM-Software für A-B-Tests. Nötig sind hierzu minimal zwei Putz-Teams, entweder hausinterne Gruppen oder man lässt das eigene Personal gegen Dienstleister putzen oder gleich zwei Dienstleister gegeneinander. Wissen sollten die das natürlich nicht, denn das mindert die Qualität der Aussage.

Feststellen lässt sich mit so einem Test zum Beispiel, wer schneller fertig ist oder die bessere Qualität abliefert. Wer es komplexer mag, schaut danach, wer die bessere Zeit-Leistungs-Relation hat. Oder wer das bessere Verhältnis mit Blick auf Ergebnis und eingesetzte Putzmittel liefert. Jedes dieser Ergebnisse ist eine solide Basis, um Preise zu erörtern oder bessere Ergebnisse einfordern zu können.

Der Putzmittel-Vergleich hilft übrigens auch, betriebsinterne Prozesse zu optimieren und – wenn die Erhebung breit gefächert verläuft – sogar Benchmarks zu setzen. Wobei solche Ziele natürlich immer von der verfügbaren Zeit des FM-Managers abhängen und die ist bekanntlich knapp.

Mehr Ideen

Mehr zum Thema Reinigung und CAFM habe ich in der Fachzeitschrift clean & care veröffentlicht. Wir senden Ihnen den Artikel gerne zu, sprechen Sie mich einfach an.

In diesem Sinne beste Grüße

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Buzzword-Bingo – von AR, IoT und BIM

Marcel Kunzmann
blog13

(Klim)BIM?

Die Überschrift sagt es schon: Buzz-Words sind keine Heilsbringer, auch nicht im CAFM. Mitunter sind sie nicht einmal ein Heilsversprechen. Derzeit belegt das die Trias AR, IoT und BIM.

In weiter Ferne: Augmented Reality

Zuletzt zeigte die IFA, dass sich mittlerweile viele Hersteller um das Thema AR kümmern. AR Brillen werden nicht nur im Consumer Bereich sondern zunehmend auch im B2B Umfeld angeboten. Aber das Grundproblem für CAFM-Anwendungen bleibt:

Obwohl die Brillen immer kleiner und handlicher werden, sind sie für Service Techniker zu umständlich und von der Haptik zu kompliziert. Sie sind weiterhin zu wenig robust und ihre Akkulaufzeit noch unzureichend. Dadurch fehlt die Akzeptanz.

Wo entfaltet AR innerhalb von CAFM einen Nutzen, den keine herkömmliche Anwendung abdecken kann?

Sicherlich in spezialisierten Bereichen der Instandhaltung und bei komplexeren Vorgängen. Aber rechtfertigt das die nötigen Investitionen?

Vermutlich noch nicht.

Der typische CAFM Anwender muss heute viele unterschiedliche Prozesse in immer kürzerer Zeit bewältigen können. Deshalb sollte man eher den Focus auf Prozessoptimierung, Dateneingabe und die damit verbundene Intelligenz eines Systems legen. AR kann dabei bestenfalls unterstützten.

Nicht gelöst sind auch juristische Fallstricke: Das Recht am eigenen Bild, der Datenschutz, der Schutz von Betriebsgeheimnissen – eine ganze Phalanx von Aspekten lauert am Horizont, um den Einsatz von Augmented Reality zu behindern, zumindest aber zu verzögern.

Den Fuß in der Tür: BIM

BIM ist ein guter, ein wichtiger Ansatz, der noch viel Kommunikation, Aufklärung und Entwicklungsarbeit braucht. Denn BIM ist nicht, was viele meinen, CAD in 3D. Vielmehr ist es ein Management-Verfahren, das auch rein alphanumerisch funktioniert.

Mit Blick auf die aktuelle Situation im Markt bedeutet BIM-Integration in der Regel: „Wir haben eine Revit-Schnittstelle.“ Oder „Wir beherrschen den IFC-Import.“

Beides ist wichtig, lässt aber Kernfragen offen. Denn BIM ist weit mehr als CAFM – und CAFM weit mehr als BIM.

Nötig für die Verständigung zwischen den Welten ist vorab die verbindliche Definition der Datenqualität und Quantität. Und so schwer es CAFM‘lern fällt, das führende System ist BIM, denn hier liegen die Kerndaten der Gebäude.

Die Herausforderung wird sein, den bidirektionalen Datenaustausch zwischen den beiden Welten zu gewährleisten, so dass auch zurzeit exklusive FM-Daten zurück in ein BIM-Modell fließen können. Letztendlich dient dann IFC als universelles Datenformat zwischen verschiedenen Systemen.

Schon da: das Internet of Things

Bleibt IoT, das Internet of Things. Ein technisches Thema, weit entfernt von CAFM, das aber hilfreiche Effekte entfalten kann. Einiges ist im CAFM schon zu finden, wenn auch als Insellösungen und als Erbe industrieller Datenerhebung. Denn dort begann der Trend, und aus gutem Grund: Anlagendaten helfen, Verschleiß frühzeitig zu erkennen und Ausfallzeiten deutlich zu reduzieren.

In diesen Aspekten liegt auch der Nutzen im Rahmen der Instandhaltung mit CAFM. Notwendige Sensoren gibt es, Schnittstellen sind auch vorhanden, die Implementierung ist also ein relativ kleines Unterfangen. Und der Nutzen ist schnell zu erkennen und spart bares Geld.

Besonders in der Zusammenarbeit mit IoT-Spezialisten kann das Verfahren ein CAFM-System unglaublich bereichern. Gute Beispiele sind Energiemanagement und vorausschauende Instandhaltung. Trotzdem ist IoT kein Primärthema für die breite Masse der CAFM-Anwender. Zumindest noch nicht.

Wirtschaftlichkeit und Kundennutzen

Klopft man die beiden zentralen Aspekte Wirtschaftlichkeit und Kundennutzen von BIM, AR und IoT ab, ist das Ergebnis eindeutig: Beides ist bei IoT längst gegeben und wird sich bei BIM in absehbarer Zeit einstellen.

Augmented Reality ist ein spannendes Zukunftsthema, das CAFM Anwender wie Hersteller in den nächsten Jahren begleitet wird. Für den aktuellen CAFM-Markt spielt AR noch eine eher untergeordnete Rolle. Erst wenn die Akzeptanz der Anwender durch geeignete AR-Geräte gesteigert wird, können CAFM-Prozesse partizipieren.

Dann wird der Markt das Thema neu bewerten.

Beste Grüße

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Übernommen – Ausbildung bei IMS

Illya Gorenpol
blog05

Mein Rückblick

Übernommen. Ich mich. Der Gedanke ist mir schon mal gekommen in meiner Lehre zum Anwendungsentwickler bei IMS. Software und Programmieren waren mein Thema, auf jeden Fall. Ein Studium habe ich abgebrochen, das war zu theoretisch. Und die Praxis?

Die war gerade am Anfang nicht ohne, wenn man das erste Mal nicht mehr amateurhaft, sondern professionell programmieren muss. Da fühlt man schon den Druck. Wobei ich jederzeit meine Kollegen fragen konnte, oder  auch den Entwicklungsleiter. Das macht es leichter.

Die Hierarchien? Sind flach.

Und gut ist. dass die Hierarchien flach sind und alle per du, bis zum Chef, also zu den Chefs, denn davon gibt es zwei. Und die ticken ganz ähnlich: Vertrauen in die Mitarbeiter. Dazu fordern und fördern.

Das bedeutete zum Beispiel, dass ich verschiedene Bereiche kennen gelernt habe. Angefangen habe ich mit Datenkbank-Entwicklung, dann habe ich im Reporting-Team gearbeitet und in das Consulting reingeschnuppert. Jetzt bin ich in der Webentwicklung, ein Sprung ins kalte Wasser, aber das hat Spaß gemacht, weil es kompliziert ist. Das ist auch ein wichtiger Punkt für mich:

Programmieren für die Praxis

Ich denke, wer sich als Entwickler sieht, muss bereit sein, Probleme anzugehen und zu lösen. Diese eigene Motivation  macht es aus. Und auch zu wissen, dass das, was ich da gerade mache, dann von mehreren tausend Usern genutzt werden wird. Das ist ein großer Motivationsschub.

Bei meinen Mitschüler in der Berufsschule sah das oft anders aus: Viele programmieren drei Jahre dasselbe, ob es zu ihnen passt oder nicht. Da heißt es einfach: „Friss, Vogel, oder stirb!“ Und was sie programmieren landet dann in der Tonne, also wirklich im Papierkorb vom Desktop.

Dreifacher Benefit

Das kenne ich bei IMS nicht. Stattdessen Vertrauen in die Azubis und anspruchsvolle Aufgaben. Wer da mitzieht, für den lohnt es sich dreifach:

  • Meine Ausbildung ist ausgesprochen gut gewesen.
  • Weil ich mich reingekniet habe, konnte ich meine Lehrzeit um ein halbes Jahr verkürzen.
  • Und ich wurde – wie praktisch alle Auszubildenden in den vergangenen 14 Jahren – übernommen.
Würde ich es nochmal machen?

Wäre ich wieder am Anfang und sollte entscheiden, ob ich die Ausbildung bei IMS noch mal machen würde, wäre die Antwort klar:

Auf jeden Fall!

Viele Grüße

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P. S.: Aktuelle Stellenangebote findet Ihr hier. Und Initiativ-Bewerbungen sind immer gern gesehen…

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